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Sport und Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeitspreis für Sportfachverbände

Nachhaltigkeitspreis für Sportfachverbände
Ministerialdirektor Helmfried Meinel und LSV-Präsident Dieter Schmidt-Volkmar und die fünf Preisträger des Nachhaltigkeitswettbewerbs für Sportfachverbände

Stuttgart, 20. November 2014 – Fünf Sportfachverbände aus Baden-Württemberg erhielten am 19. November 2014 den Nachhaltigkeitspreis des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft und des Landessportverbandes Baden-Württemberg (LSV). LSV-Präsident Dieter Schmidt-Volkmar und Ministerialdirektor Helmfried Meinel übergaben in der Sportschule Ruit die Auszeichnungen.

Der Amtschef des Umweltministeriums, Helmfried Meinel, unterstrich die Bedeutung nachhaltiger Entwicklung für die Glaubwürdigkeit des Sports: „Sport und Nachhaltigkeit gehören zusammen. So muss beispielsweise die Herstellung von Sportbekleidung sozialen und ökologischen Mindeststandards entsprechen und das Sporttreiben darf nicht Natur und Umwelt zerstören. Die Landesregierung möchte mit dem Wettbewerb einen Beitrag dazu leisten, das Thema Nachhaltigkeit noch stärker im organisierten Sport zu verankern.“

Träger des Nachhaltigkeitspreises sind das Umweltministerium und der Landessportverband Baden-Württemberg. Er wurde 2014 zum ersten Mal verliehen und ist Teil der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Baden-Württemberg. Sportfachverbände konnten sich zwischen Mai und Juli 2014 am Wettbewerb um den Preis beteiligen. Den Anstoß zur Ausschreibung des Wettbewerbs gab der Kongress „Sport und Nachhaltigkeit“ im Februar 2014 im SpOrt Stuttgart.

Insgesamt wurde ein Preisgeld von 67.500 Euro für nachhaltige Projektvorhaben ausgeschüttetIn der Jury des Wettbewerbs saßen Prof. Dr. Franz Brümmer, Vorsitzender der LSV-Kommission „Sport und Umwelt“, Anette Brellochs, Studienrätin im Referat „Sport und Sportentwicklung“ des Kultusministeriums, Volker Wehle, Leiter des Referats „Grundsatzfragen der Umweltpolitik, Nachhaltigkeit, nachhaltiges Wirtschaften“ des Umweltministeriums, Mountainbike-Olympiasiegerin Sabine Spitz, SWR-Sportchef Harald Dietz und LSV-Präsident Dieter Schmidt-Volkmar. Die Projekte sind auf eineinhalb Jahre angelegt. Die Hälfte des Geldes wird bereits in diesem Jahr ausgeschüttet, die andere Hälfte nach Abschluss des Projekts.


Die Preisträger 2014

Unter dem Titel „Inklusive Bildung im organisierten Sport“ hat es sich der Badische Behinderten- und Rehabilitationssportverband zur Aufgabe gemacht, Inklusion unter dem Motto „Gemeinsam mit allen von Anfang an“ zu leben. Der Schlüsselbereich des Verbandes, die Aus- und Fortbildung in Zusammenarbeit mit der Sportschule Steinbach, soll in den nächsten zwei Jahren auf den Prüfstand gestellt werden. Unter der Leitfrage „Geben wir allen immer und überall die Chance, gleichberechtigt und selbstbestimmt teilzunehmen?“ wird das gesamte Bildungssystem optimiert und die Sportschule zu einer barrierefreien Ausbildungsstätte umgestaltet.

Der Basketballverband Baden-Württemberg möchte künftig auf faire Produkte bei der Verwendung von Sportartikeln in seiner Sportart zurückgreifen. Dafür soll mit einer Partnerfirma zusammengearbeitet werden, die fair gehandelte Produkte im „Basketball-Style“ vertreibt. Diese soll auch die Ausstattung der Auswahlmannschaften übernehmen. Außerdem initiiert der Basketballverband Infoformationsforen in ganz Baden-Württemberg, die seine Vereine und deren Mitglieder darüber informieren, wie sie auf fair gehandelte Bekleidung zurückgreifen können.

Für die Radsportverbände in Baden-Württemberg sind Nachhaltigkeit, Akzeptanz und Partnerschaft in Bezug zur Waldnutzung ausschließlich über basisgesteuerte und kooperative Angebote aus organisiertem Sport, touristischem Erlebnisfaktor sowie kommunal-regionaler Zweckmäßigkeit zu erreichen. Über das Aus- und Fortbildungssystem des organisierten Radsports sollen Multiplikatoren zu MTB-Rangern ausgebildet werden, um vor Ort eine legitimierte Existenz und Trainingsausübung in Absprache mit den Interessengruppen zu erreichen.

Württembergische Tennis-Bund möchte bei der Aus-, Fort- und Weiterbildung des Verbandes neue Schwerpunkte setzen. Im Mittelpunkt seiner neu konzipierten Ausbildungsreihe sollen künftig die Themen Schule und Ganztag / Vorschulerziehung, Integration, Ökonomie und Ökologie sowie fairer Tennissport stehen. Bei Schulungen zum Thema fairer Tennissport soll auf Doping, sexualisierte Gewalt und Werteorientierung ein besonderer Fokus gelegt werden.

Im Laufe der Projektzeit entwickelt Special Olympics Baden-Württemberg einen Leitfaden für gesunde Ernährung geistig behinderter Athletinnen und Athleten. Diese haben oft wenig Einfluss auf ihre Ernährung, da sie von Kantinen oder Gastronomiebetrieben abhängig sind. Durch Einbeziehung biologischer und regionaler Produkte soll der Nachhaltigkeitsgedanke in zweifacher Hinsicht erreicht werden.