Inhalt

Produzieren/Arbeiten

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Vereinbarkeit von Beruf und Familie
Familiensinn und Erwerbstätigkeit nicht als Widerspruch

Hintergrund

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gewinnt für Frauen und zunehmend auch für Männer an Bedeutung. Vor dem Hintergrund des prognostizierten Arbeitskräftemangels aufgrund der demografischen Entwicklung sind nachhaltige Lösungen erforderlich.

Ziel

Die Projektgruppe hatte zum Ziel, Bedingungen und Strukturen, die einer Vereinbarkeit von Beruf und Familie entgegenstehen, zu überprüfen.

Ergebnis

Die Projektgruppe hat praxisnahe Handlungsempfehlungen für Arbeitgeber zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie erarbeitet. Thematisiert werden dort unter anderem die Flexibilisierung von Arbeitszeit und Arbeitsort, die Förderung des Wiedereinstiegs in den Beruf sowie Sensibilisierungsmaßnahmen.
Zudem wurde das Kompetenzzentrum „Beruf & Familie Baden-Württemberg“ eingerichtet und damit ein Informations-, Beratungs- und Unterstützungszentrum für alle Arbeitgeber geschaffen, das bereits bestehende Initiativen und regionale Netzwerke einbezieht. Das Kompetenzzentrum unterstützt die familiengerechte Weiterentwicklung von Unternehmen und des Non-Profit-Sektors mit Informations- und Beratungsleistungen sowie Führungskräftefortbildungen. Darüber hinaus erhalten Personalverantwortliche in „Unternehmenswerkstätten“ Informationen, können sich über die Ist-Situation am Standort und im Betrieb austauschen und familienfreundliche Maßnahmen erörtern sowie Ideen für neue Angebote entwickeln.
Mit der zentralen Internetseite www.kompetenzzentrum-bw.de wurde eine Plattform mit umfangreicher Datenbank über Best Practice, Veranstaltungen, Arbeitsmaterialien und Experten bereitgestellt. Das Internetangebot wird stetig ausgebaut.

Das Praxisprojekt

Die Projektgruppe hat 24 konkrete Handlungsempfehlungen entwickelt, die sich an alle Arbeitgeber richten: an die Wirtschaft, die Verwaltung und nicht zuletzt an die Non-Profit-Unternehmen. Sie zielen auch auf eine Verbesserung der Rahmenbedingungen, zum Beispiel in der Kinderbetreuung und in der Altenpflege ab.

Thematisiert werden dort: 

  • die Flexibilisierung von Arbeitszeit und Arbeitsort, 
  • die Förderung des Wiedereinstiegs in den Beruf, 
  • Sensibilisierungsmaßnahmen, 
  • die Optimierung der Rahmenbedingungen und 
  • unterstützende Maßnahmen.

Darüber hinaus wurde von der Projektgruppe eine Forcierung des Theorie-Praxis-Transfers gefordert.
Die Nachhaltigkeitskonferenz hat nach Vorlage des Abschlussberichts am 12. März 2008 aus dem "Impulsprogramm Baden-Württemberg" 290.000 € Fördermittel für die praktische Umsetzung der erarbeiteten Handlungsempfehlungen bewilligt.
Es sollte ein Informations-, Beratungs- und Unterstützungszentrum für alle Arbeitgeber eingerichtet werden, das die bereits bestehenden Initiativen und regionalen Netzwerke einbezieht und landesweit die Strukturen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie weiter unterstützt und voranbringt.

Die Empfehlungen der Projektgruppe wurden aufgegriffen. Die FamilienForschung Baden-Württemberg wurde für diese anspruchsvolle Aufgabe gewonnen. Die FamilienForschung Baden-Württemberg verfügt über vielfältige Erfahrungen bei der Beratung von Politik, Kommunen und Unternehmen. So unterstützt sie u.a. mit dem Projekt "Familienfreundliche Kommune" familienfreundliche Aktivitäten in den Gemeinden, Städten und Kreisen Baden-Württembergs. Sie richtete ab September 2008 im Auftrag des Ministeriums für Arbeit und Soziales das "Kompetenzzentrum Beruf & Familie Baden-Württemberg" ein. Sie bündelt landesweit und überregional Angebote und Kapazitäten im Handlungsfeld Beruf & Familie.

Das Kompetenzzentrum unterstützt die familiengerechte Weiterentwicklung von Betrieben und Institutionen mit Informations- und Beratungsleistungen, ganz besonders auch im Non-Profit-Sektor und bei der Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Pflege. Die zentrale Homepage www.familienfreundlicher-betrieb.de ermöglicht baden-württembergischen Unternehmen und Institutionen, ihre eigene familienbewusste Personalpolitik vorzustellen oder nachahmenswerte Modelle sowie Experten, Arbeitshilfen und Veranstaltungen zu recherchieren.

Um den Austausch zwischen Betrieben und Kooperationen zu befördern, unterstützt das Kompetenzzentrum den Zusammenschluss in Netzwerken. Dafür vermittelt es Kontakte zu bestehenden Netzwerken und fördert weitere lokale oder branchenspezifische Zusammenschlüsse.
Ein zentrales Thema in der Aufgabenstellung des Kompetenzzentrums ist auch die Vereinbarkeit des Berufs mit der Betreuung von pflegebedürftigen Angehörigen.
Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels wird die Zahl der Beschäftigten steigen, die neben dem Beruf die Pflege und Betreuung von körperlich pflegebedürftigen oder dementen Angehörigen zu bewältigen haben. Auf diesem Gebiet werden in Zukunft ganz erhebliche Anstrengungen erforderlich sein.
Ein wichtiger Baustein ist das Internetportal "Familienfreundlicher Betrieb", das konkrete Auskünfte zu passgenauen Lösungen im Einzelfall gibt und darüber hinaus auch allgemein über die landesweite Entwicklung informiert.

Weiterführende Informationen

Abschlussbericht Vereinbarkeit von Beruf und Familie
Faltblatt Kompetenzzentrum Beruf und Familie