|  Bildungseinrichtungen zur Erlangung der Hochschulreife

Artenreicher Schulhof Heidelberg

Bildungseinrichtung zur Erlangung der Hochschulreife

Bunsen‑Gymnasium Heidelberg, Elisabeth-von-Thadden-Schule, Hölderlin-Gymnasium, Internationale Gesamtschule Heidelberg

Der „Artenreiche Schulhof“ ist ein schulübergreifendes Projekt, das die biologische Vielfalt auf unseren Schulgeländen in Heidelberg gezielt stärkt. Auf Grundlage einer naturschutzfachlichen Analyse entwickeln wir gemeinsam geeignete Maßnahmen, führen ein systematisches Arten‑Monitoring durch und evaluieren kontinuierlich den Projektverlauf. So entsteht ein zukunftsweisendes, lösungsorientiertes Modell, das praktischen Naturschutz mit Naturerleben und Bildung für nachhaltige Entwicklung verbindet.

  • Gründung eines schulübergreifenden Projektverbunds (Bunsen‑Gymnasium, Elisabeth‑von‑Thadden‑Gymnasium, Hölderlin‑Gymnasium, Internationale Gesamtschule Heidelberg) mit dem Ziel, die Biodiversität auf Schulhöfen zu fördern und ökologisch-nachhaltige Handlungskompetenzen bei den Schülerinnen und Schülern aufzubauen
  • Entwicklung eines naturschutzfachlich fundierten Projektkonzepts auf Basis von Methoden der Umweltplanung und Planung eines modularen Vorgehens, um möglichst viele Klassen und Altersstufen einzubinden
  • Aufbau einer Kooperation mit außerschulischen Partnern aus den Bereichen Umwelt- und Naturschutz
  • Schulinterne Abstimmung mit Schulleitungen, Fachschaften, Ganztagesbereich (Arbeitsgemeinschaften) und Freundeskreisen

Pädagogische Ziele:

Ökologische Handlungskompetenz erwerben

  • Naturverbundenheit bei den Schülerinnen und Schülern stärken
  • Wirkungsvollen Naturschutz vor Ort praktisch erlernen
  • Ökologische Zusammenhänge begreifen und Wissen gezielt einsetzen können
  • Artenkenntnis erweitern

Kompetenzen der nachhaltigen Entwicklung praktisch anwenden 

  • Verantwortung für Natur und Lebensumfeld übernehmen
  • Problemlösestrategien entwickeln
  • Schule durch aktive Mitgestaltung und Etablierung nachhaltiger Strukturen weiterentwickeln
  • Bewertungskompetenz für Naturschutzhandeln aufbauen
  • Als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren für den urbanen Naturschutz fungieren

Naturschutzfachliche Ziele:

  • Systematische Erfassung der Biodiversität auf dem Schulgelände
  • Ökologische Aufwertung der Schulgelände nach naturschutzfachlichen Gesichtspunkten
  • Etablierung langfristig überlebensfähiger Populationen heimischer Arten (Orientierung an Zielarten urbaner Lebensräume des Rhein-Neckar-Raums)
  • Aufbau eines schulübergreifenden Netzwerks von Trittsteinbiotopen im urbanen Raum

Übergeordnete Projektziele:

  • Entwicklung eines „Werkzeugkastens Artenreicher Schulhof“ als Umsetzungshilfe für interessierte Bildungseinrichtungen
  • Die Schule teilt ihr Wissen zum Naturschutz aktiv mit der Gemeinschaft und stärkt so nachhaltiges Handeln vor Ort
  • Umsetzung der Heidelberger Biodiversitätsstrategie (Schule als aktiver Teil der Gesellschaft)

Schritt 1: Arterfassung

  • Erfassung möglichst vieler Organismengruppen  mit Schwerpunkt auf Pflanzen, Insekten, Vögeln
  • Unterstufe: Bestimmungsliteratur und selbst entwickelte Bestimmungsschlüssel
  • Mittel‑/Oberstufe: KI‑gestützte App (iNaturalist) mit georeferenzierten Funden
  • Vergleich der Daten zwischen Schulen, Gamification‑Elemente zur Motivation

Schritt 2: Biotopanalyse und Bewertung der Artenfunde

  • Nutzung didaktisch angepasster Bewertungsschlüssel für Biotope (Wiesen, Saumstrukturen, Hecken, Ruderalflächen, Feuchtbiotope)
  • Dokumentation ökologisch wertvoller Strukturen (Totholz, Höhlenbäume, Nisthilfen, Sandarien, Wiesen, Säume)
  • Erstellung digitaler und analoger Biotopkarten in Unterricht und Arbeitsgemeinschaften
  • Analyse der Arten hinsichtlich Seltenheit, Gefährdung und Schutzstatus
  • Bewertung der Schulhöfe hinsichtlich ihrer Eignung für Zielarten

Schritt 3: Entwicklungsplan

  • Abgleich der Artenfunde mit lokalen Faunen- und Florenlisten. Die Schüler:innen erstellten Liste der „Heidelberger Schulgartenpflanzen“ auf der Plattform „NaturaDB“ bildet die Vorlage für Pflanzlisten
  • Priorisierung nach Machbarkeit, Dringlichkeit und Bedeutung aus ökologischer Sicht (Biotopaufwertung/-neugestaltung, Etablierung von ökologischen Basisarten und Zielarten, Förderung besonderer Arten)
  • Beteiligung aller Akteure (SchülerInnen, Schulgremien und Schulträger) an der Konsensbildung

Schritt 4: Umsetzung

  • Praktische Naturschutzmaßnahmen durch Klassen, Arbeitsgemeinschaften und Projektgruppen:
    • Stauden‑ und Gehölzpflanzungen
    • Extensivierung und Aufwertung von Wiesen und Säumen
    • Anlage von Sandarien, Rohbodenflächen
    • Aufbau von Totholzstrukturen
    • Schaffung oder Aufwertung von Feuchtbiotopen
    • Installation von Nisthilfen für Vögel und Wildbienen
  • Unterstützung durch externe Naturschutzexperten, Naturschutzbund Heidelberg und Eltern.
  • Einbindung von Förderprogrammen und Sponsoren (Stiftung Naturschutzfonds, Stadt Heidelberg, Wettbewerbe, Freundeskreise).

Schritt 5: Monitoring & Pflege

  • Kontinuierliche Artenerfassung durch Schülerinnen und Schüler.
  • Pflegearbeiten: Staffelmahd, Entbuschung, Pflege von Ruderalflächen, Reinigung von Nisthilfen.
  • Erstellung eines Pflegeplans in Abstimmung mit den Schulträgern

Schritt 6: Evaluation, Dokumentation, Einbindung in den gebundenen Unterricht

  • Regelmäßige Evaluation in der schulübergreifenden Projektgruppe und in schulinternen Arbeitskreisen
  • Laufende Veröffentlichung aller Schritte auf der Projekt-Website www.artenreicherschulhof.de. Diese dient als Informationsquelle für die Öffentlichkeit, insbesondere für Bildungseinrichtungen
  • Bereitstellung von Unterrichtsmaterialien, Modulen und Praxisanleitungen.
  • Seit Projektbeginn haben Schülerinnen und Schüler und Lehrpersonen circa 500 verschiedene Arten auf den vier Schulgeländen entdeckt. Diese Artenfunde verteilen sich auf 1500 Beobachtungen
  • Von den gefundenen Arten stehen 20 auf den Roten Listen Deutschlands; einige der gefunden Arten, wie beispielsweise Hirschkäfer, Bienen-Ragwurz und die Spanische Fahne (Nachtschmetterling) gelten als besonders geschützte Arten
  • Aufgrund der verbesserten Biotopqualität konnten bestimmte Indikatorarten zunehmen. Beispiel: Umwandlung eines Rasens in eine Glatthaferwiese führte zur Zunahme des Rotklees und des Braunen Grashüpfers
  • Über ein kontinuierliches Monitoring können weitere Ergebnisse zur Entwicklung der Biodiversität ermittelt werden
     
  • Insgesamt haben bereits etwa eintausend Schüler:innen und 60 Lehrpersonen am Projekt „Artenreicher Schulhof“ mitgearbeitet
  • Kenntnisse über heimische Arten, Biotope und Naturschutz haben bei den beteiligten Personen merklich zugenommen. Instrumente zur Messung dieser Eindrücke sollen entwickelt werden
     
  • Unterrichtsmaterialien, wie beispielsweise selbst erstellte Biotopkarten, Biotopbewertungsbögen, Artenlisten, Pflanzlisten und Arbeitsblätter liegen bereits vor und sollen weiter ergänzt und optimiert werden
  • Die Ökologie als Teilbereich der Biologie wird mit stärkerem Praxisbezug unterrichtet und erlangt einen spürbar höheren Stellenwert mit lokalem Bezug in der Fachschaft
  • Schülerinnen und Schüler aller Altersstufen sind in Analyse, Planung, Umsetzung, Monitoring und Bewertung eingebunden
  • Schülerinnen und Schüler wirken an Entscheidungsprozessen mit und entwickeln auch eigene Teilprojekte
  • Schülerinnen und Schüler identifizieren sich spürbar stärker mit der Natur und dem Naturraum („mehr als ein Pausenhof“), der ihre Schulen umgibt
  • Beteiligung von Eltern und außerschulischen Akteuren
  • Schulübergreifende Zusammenarbeit von vier Heidelberger Schulen
  • Verankerung eines lösungsorientierten Vorgehens, welches Naturerfahrung und Naturschutz-Bildung vor Ort in den Vordergrund stellt
  • Erfolgreiche Umsetzung von Theorie (Bildungsplan) und Praxis (Naturschutzmaßnahmen) für circa eintausend Schülerinnen, Schüler und 60 Lehrpersonen
  • Modularer Aufbau ermöglicht breite Beteiligung im gebundenen und im freien Unterrichten
  • Digitale Arterfassung mit Georeferenzierung im Unterricht und in Arbeitsgemeinschaften
  • Entwicklung eigener Pflanzenlisten. Die „Heidelberger Schulgartenpflanzen“ sind 16 Kategorien zugeordnet und umfassen ausschließlich gebietsheimische Arten
  • Erste messbare Ergebnisse, welche die positive Wirkung auf die urbane Biodiversität bestätigen
  • Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern (Naturschutz-ExpertInnen, Schulträgern, Stadtämtern und dem Naturschutzbund Heidelberg)
  • Sichere Finanzierung durch Stiftungsgelder der Stiftung Naturschutzfonds und Sponsoren

Nutzungskonflikte auf dem Schulhof 

Aufgrund der begrenzten Größe der Schulhöfe finden die ökologischen Aufwertungen vor allen auf sogenannten „Eh‑schon‑da‑Flächen“ statt. Dennoch ist das Potential dieser Flächen sehr groß. Auf kleinen Schulhöfen ist der ökologische Nutzen geringer.

Akzeptanzprobleme bei „unordentlichen“ Naturflächen 

Gerade bei Flächen auf denen Sukzessionsprozesse stattfinden sollen oder auf Entwicklungsflächen (vom Rasen zur Glatthaferwiese) helfen Schautafeln, QR‑Codes und Aufklärung für die Akzeptanz in der Schulgemeinschaft und der Öffentlichkeit.

Pflegeaufwand 

Bei neu angelegten Staudenbeeten, Hecken, Wiesen oder Teichen muss man die Pflege planen und sich des Zeitaufwands bewusst machen. Auch muss darauf geachtet werden, dass vom Schulträger beauftragte Landschaftspflegeunternehmen die durchgeführten Naturschutzmaßnahmen auf dem Schulgelände erkennen, sodass versehentliches Abmähen oder Abschneiden vermieden werden kann. Empfehlenswert ist eine enge Kooperation mit dem Schulträger (Absprache mit dem Landschaftsamt und Landschaftsgärtnern) und zur Unterstützung der Pflege mit Verbänden, Landschaftspflegern und Eltern.

Etablierung gebietsheimischer Pflanzenarten und Entfernung nicht‑einheimische Vegetation 

Die schrittweise Entfernung neophytischer Arten erfordert Absprachen mit den Schulträgern. Parallel werden einheimische Pflanzenarten etabliert. Das Pflanzen heimischer Stauden und Gehölze ist ein Kernelement der ökologischen Aufwertung der Schulgelände.

Ressourcenbedarf 

Unser Projekt wird zu 70 Prozent über Stiftungsgelder finanziert. Unseren Eigenanteil von 30 Prozent finanzieren wir über Förderprogramme, Wettbewerbe, Sponsoring durch Firmen, finanzieller Unterstützung der Schulträger und der Freundeskreise.

Evaluation

Die Evaluationen der ökologisch-naturschutzfachlichen Kompetenzen als auch der BNE-Kompetenzen bei den beteiligten Schüler:innen und Lehrpersonen sind mit erheblichem Aufwand verbunden. Daher wird eine Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule und der Universität Heidelberg angestrebt, um Master-Studierende einzubinden

  • Umwelt‑ und Landschaftsamt Heidelberg
  • Naturschutzbund (Nabu)Heidelberg, Werkstattschule Heidelberg
  • Regionale Baumschulen und Landschaftsgärtner
  • Schulinterne Partner: Schulleitungen, Fachschaften, Freundeskreise
  • In Planung: Kooperationen mit Instituten und Lehramtsstudierenden der Universität Heidelberg und der PH Heidelberg
  • Projekt-Website: www.artenreicherschulhof.de
  • Teilnahme an Wettbewerben und Citizen‑Science‑Aktionen (City Nature Challenge 2026, Tag der Artenvielfalt Heidelberg 2026, Stunde der Garten- und Wintervögel 2025, 2026).
  • Präsentationen bei städtischen Veranstaltungen und Nachhaltigkeitsforen (BNE-Schulnetzwerk Baden-Württemberg und BNE-Schulnetzwerk Heidelberg).
  • Zeitungsartikel, Schul-Homepage, Schautafeln und QR‑Codes (in der Umsetzung) auf dem Schulgelände.
  • Aufbau eines Netzwerks aus Trittsteinbiopen durch Verbesserung der Biotopqualität und durch die Beteiligung weiterer Schulen (Umsetzung der Heidelberger Biodiversitätsstrategie)
  • Etablierung überlebensfähiger Populationen von Zielarten
  • Entwicklung weiterer Biotoptypen auf den Schulgeländen
  • Aufbau eines langfristigen Monitoringsystems für Arten und Biotope
  • Etablierung eines Fortbildungskonzept für Lehrpersonen und interessierte Bürgerinnen und Bürger

Von der Naturbegeisterung unserer Schülerinnen und Schüler bis zu ihrem Einsatz für die Artenvielfalt auf dem Schulhof ist es nur ein kleiner Schritt.

  • Unterricht und Lernangebote: Erwerb von BNE- und ökologischen Kompetenzen; Umsetzung fächerübergreifender Projekte, Förderung der Naturbegeisterung
  • Schulmanagement: langfristige Verankerung im Schulleitbild
  • Kooperationen und Partnerschaften: Schulträger, Naturschutzexperten, Naturschutzbund, Werkstattschule Heidelberg, Stiftung Naturschutzfonds, Sponsoren
  • Schulgelände: Nachhaltige Gestaltung des Schulgeländes als Lernort und Refugium für Tiere und Pflanzen und als Teil des urbanen Biotopverbunds.

SDG 4 – Hochwertige Bildung (Umsetzung der Leitperspektive BNE, Erwerb ökologischer Handlungskompetenzen)
SDG 11 – Nachhaltige Städte und Gemeinden (Beteiligung an der Umsetzung der Biodiversitätsstategie Heidelbergs, Whole School Approach)
SDG 12 – Nachhaltige Konsum‑ und Produktionsmuster (Bezug regionaler Pflanzen, Ressourcennutzung)
SDG 13 – Klimaschutz (Kohlenstoff‑Bindung, Kühlung durch Vegetation)
SDG 14 – Leben unter Wasser (Förderung Artenvielfalt, Biotopschutz)
SDG 15 – Leben an Land (Förderung Artenvielfalt, Biotopschutz)
 

Jochen Essig, info@arteneicherschulhof.de

Bunsen‑Gymnasium Heidelberg
Humboldtstraße 23
69120 Heidelberg
Rhein-Neckar Metropolregion

www.bunsen-gymnasium.de

 


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