BNE-Zertifizierung
Zertifizierungskriterien
Die Zertifizierung der non-formalen BNE-Bildung in Baden-Württemberg bezieht sich auf sechs Qualitätsbereiche: Leitbild, Menschen und Personal, Bildungsangebot, Öffentlichkeitsarbeit und Sichtbarkeit, Infrastruktur und Organisation. Die Qualitätsbereiche orientieren sich grundsätzlich an der Agenda 2030 und den daraus folgenden Bildungsplänen auf Bundes- und Länderebene. Jedem Qualitätsbereich liegen Qualitätskriterien zugrunde. Die sechs Qualitätsbereiche fließen mit unterschiedlicher Gewichtung in die Bewertung ein. Dabei sind die Bereiche Leitbild, Menschen und Personal und Bildungsangebot die wichtigsten.
Der Qualitätsrahmen wurde mit Akteuren in Baden-Württemberg abgestimmt und orientiert sich an BNE-Zertifizierungssystemen anderer Bundesländer.
Anhand des Leitbilds werden die Werte, Ziele, das Selbstverständnis, sowie die Umsetzung von BNE, einer Einrichtung verdeutlicht. Die Bildungsanbietenden entwickeln und formulieren das eigene Leitbild als Ausdruck der individuellen Zielsetzung unter Bezugnahme auf das globale Leitbild nachhaltiger Entwicklung. Das Leitbild hat identitätsstiftende, handlungsleitende Bedeutung nach innen und profilgebenden Charakter in der Außenwirkung. Das Leitbild wird im Laufe der Zeit weiterentwickelt. In Bildungseinrichtungen geschieht das gemeinsam mit den Mitarbeitenden. Es stellt ggf. den Bezug zum Leitbild einer Dachorganisation her.
Der Qualitätsbereich Menschen und Personal bildet Voraussetzungen und Entwicklungen der handelnden Personen ab. Handelnde Personen sind BNE-Verantwortliche und BNE-Mitarbeitende. BNE-Verantwortliche oder BNE-Verantwortlicher ist eine Person, die die Verantwortung für die Entwicklung im Bereich BNE und damit insbesondere für das pädagogische Konzept und die Verknüpfung der Qualitätsbereiche innehat. Diese BNE-Verantwortlichkeit kann auch auf mehrere Personen aufgeteilt sein. BNE-Mitarbeitende sind in der Regel Ausführende der BNE-Angebote. Dazu gehören Angestellte, Langzeitfreiwillige, kontinuierlich tätige Honorarkräfte, Praktikantinnen und Praktikanten, Ehrenamtliche und Personen in vergleichbaren Arbeitsverhältnissen. BNE-Verantwortliche und Mitarbeitende verfügen über fachliche und pädagogische Kompetenz und entwickeln diese in Fort- und Weiterbildungsangeboten weiter. Die Einrichtung gestaltet BNE-Netzwerke aktiv mit.
Die Bildungsarbeit macht einen wichtigen Bereich im gesamten Portfolio der Antragstellenden aus. Für die Bildungsarbeit liegt ein schriftlich fixiertes, pädagogisches Konzept vor, in dem klar das Profil der Bildungsarbeit und die besonderen Aspekte der Bildung für Nachhaltige Entwicklung zum Ausdruck kommen. Das pädagogische Konzept nimmt Bezug auf das Leitbild. Darüber hinaus belegen die Antragsstellenden durch die schriftliche Darstellung eines BNE-Praxisbeispiels, wie das pädagogische Konzept in der praktischen Bildungsarbeit umgesetzt wird. Durch die Darlegung des Bildungsprogramms der Einrichtung wird das inhaltliche und didaktische Spektrum verdeutlicht. Kompetenzmodelle und didaktische Prinzipien werden im pädagogischen Konzept auf die eigene Bildungsarbeit bezogen und dargestellt und im Rahmen des BNE-Praxisbeispiels am Beispiel eines existierenden Bildungsangebots reflektiert.
Die Öffentlichkeitsarbeit ist ein wichtiges Instrument, um die Sichtbarkeit der eigenen BNE-Angebote zu fördern.
Räume, genutzte Ressourcen und Umfeld sind Spiegel der Bildungsarbeit. Im Sinne des „Whole Institution Approach“ sind sie sowohl Lernumgebung als auch Lerngegenstand und unterstützen die Glaubwürdigkeit von BNE-Angeboten. Sowohl Bildungseinrichtungen als auch Anbietende ohne eigenen Lernort haben in ihrem Rahmen eine Vorbildfunktion.
Die Struktur und Organisation ist das Gerüst einer Einrichtung und hilft, effektiv und effizient zu arbeiten und dabei eine nachhaltige Entwicklung zu fördern. Alle Mitarbeitenden und Externen haben einen klaren Überblick und Orientierung bezüglich der Verantwortlichkeiten und der Kommunikation (z.B. in Form eines Organigramms). Die Personalführung und -entwicklung ermöglicht Lebenslanges Lernen und Mitgestaltung durch die Mitarbeitenden. Die Evaluation ist die Grundlage für die stetige Weiterentwicklung der Bildungsanbietenden und ihrer ganzheitlichen Arbeitsweise
(„Whole Institution Approach“).