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Teilrenaturierung der Blumenkästen um das Seminargebäude

Berufliche Schule

Seminar für Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte Karlsruhe

Bei dem Projekt wurde ein Teil der Blumenkästen des Seminargebäudes wieder mit Pflanzen befüllt und eine automatische, solarbetriebene Bewässerung inkl. Erfassung von Klimadaten installiert. Schülerinnen und Schüler der Carl-Hofer-Schule Karlsruhe und der Josef-Durler-Schule Rastatt waren zum einen für das Einbringen von Pflanzen zuständig, zum anderen programmierten sie die Module, die die automatische Bewässerung steuert sowie die Messstation zur Erfassung der Klimadaten. Aufgrund der örtlichen Rahmenbedingungen, müssen die Messstationen die Energieversorgung aus Photovoltaik inkl. Akkuspeicher erhalten. Darüber hinaus wurde eigens eine MQTT-App konfiguriert für Mobilgeräte, über die die Bewässerung gesteuert werden kann sowie Wetter- und Bodendaten visualisiert werden können, die in jeder Himmelsrichtung in den Blumenkästen gesammelt werden.

Es mussten entsprechende Schulen gefunden werden, die über das Fachwissen und die Ausstattung verfügten, um das interdisziplinäre Projekt umsetzen zu können. 
Des Weiteren benötigte man Solarpanele, Akkus, Wasserventile und Steuerungsmodule sowie Messeinheiten für Wetter- und Bodendaten. 
Für die Blumenkübel musste ausreichend Füllmaterial besorgt werden sowie Pflanzen, die für die zu erwartenden Witterungs- und Standortbedingungen geeignet sind. 
Zudem mussten die technischen Komponenten neu angeschafft werden.

  • Schrittweise Renaturierung der Blumenkästen Verbesserung des Mikroklimas um das Seminargebäude
  • Erhöhung der Biodiversität im urbanen Raum Reduzierung der Erhitzung des Seminargebäudes
  • Erhöhung des Wohlbefindens durch das Vorhandensein der Pflanzen

Zu Beginn des Projekts wurde ein kleiner Workshop veranstaltet, bei dem die Schülerinnen und Schüler über die Projektidee informiert wurden und sich inhaltlich mit den SDGs auseinandersetzten. Hierbei lag der Fokus auf der inhaltlichen Erarbeitung und der Diskussion über die persönliche und gesellschaftliche Relevanz der 17 Nachhaltigkeitsziele. 

In einem zweiten Schritt kartierten die Schülerinnen und Schüler der Carl-Hofer-Schule, die aus dem Garten- und Landschaftsbau kommen, die vorhandenen Blumenkästen. Sie notierten die Maße, bereits vorhandenes Pflanzmaterial sowie die Ausrichtung bzw. Lage der Blumenkästen. Zurück in der Schule wurden die erhobenen Daten ausgewertet und ein Plan erstellt, welche Kästen am besten für die Pilotierung bepflanzt werden sollten. Hierbei wurde entschieden, dass 24 Blumenkästen renaturiert werden und dabei alle Himmelsrichtungen bedacht werden sollen. So ist es möglich, verschiedene Substrate zu testen, unterschiedliche Pflanzen zu setzen und unterschiedliche Standortbedingungen zu untersuchen. Um das entwickelte Pflanzkonzept umzusetzen, mussten bei lokalen Händlern Erden und Pflanzen eingekauft werden. 

Währenddessen programmierten die Schülerinnen und Schüler der Josef-Durler-Schule Rastatt Mikrocontrollermodule, mit einem PV-Panel, einem Akku, Sensorik und Aktorik, um zum einen die Bewässerung steuern zu können. Zum anderen sollen die Wetterdaten rund um das Seminar erfasst werden sowie die aktuelle Bodenfeuchte in den Blumenkästen, um so die Bewässerung effektiv und wassersparend steuern zu können. Darüber hinaus soll verhindert werden, dass die Pflanzen durch übermäßiges Bewässern zu viel Wasser bekommen. Somit kann zum einen ein Austrocknen verhindert werden, zum anderen aber auch das Schimmeln der Pflanzen durch zu viel Wasser. Zudem wurde in der Winterzeit eine MQTT-App konfiguriert, mit der man zum einen die Bewässerung steuern kann, zum anderen aber auch die gesammelten Wetterdaten und Bodenmesswerte visualisieren kann. 

Nachdem alle Pflanzen und Erden beschafft und die Steuerungs- und Versorgungsmodule gebaut wurden, musste alles vor Ort eingebracht und montiert werden. Zunächst wurden die Erde für intensive Dachbegrünung sowie Schafswolle (als organischer Dünger) in die ausgewählten Blumenkästen eingebracht, anschließend die Pflanzen gesetzt. Ein Teil der Blumenkästen wurde ohne Dünger befüllt, um auch hier zu sehen, wie sich die Pflanzen entwickeln. Danach wurden die Module installiert und die Messtechnik in die Kästen gesetzt. Währenddessen kümmerte sich der Hausmeister des Seminars um die Erneuerung bzw. Reaktivierung der vorhandenen Wasserleitungen. Die hierfür benötigten Ersatzteile wurden zum Teil neu angeschafft oder mit dem hauseigenen 3D-Drucker angefertigt. 

Darüber hinaus gab es ein interdisziplinäres Treffen zwischen den Schülerinnen und Schülern beider Schulen, bei dem die Schülerinnen und Schüler der Josef-Durler-Schule den Schülerinnen und Schüler der Carl-Hofer-Schule die Funktions- und Nutzungsweise der App erklärten und ihnen zeigten, wie man die gewonnenen Wetterdaten ausliest.

Es wurde solarbetriebene Steuerungs- und Messmodule entwickelt und programmiert. Darüber hinaus entstand ein Pflanzkonzept für die Erprobung verschiedener Substrate, Pflanzen und Standortbedingungen. Weitere Messergebnisse stehen noch aus, da alles im März 2026 installiert und eingebracht wurde.

Die Schülerinnen und Schüler der Carl-Hofer-Schule waren maßgeblich für die Entwicklung des Pflanzkonzepts verantwortlich, ebenso für die Umsetzung. Die Schüle-rinnen und Schüler der Josef-Durler-Schule waren für das Entwerfen und programmierten der Steuerungsmodule sowie die Konfiguration der App verantwortlich. Darüber hinaus haben alle Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit die über die App gewonnen Daten einzusehen und auszuwerten.

Das Planen und Entwickeln des Pflanzkonzepts auf der einen Seite, aber auch das Umsetzen der Versorgungs- und Messtechnik auf der anderen Seite. Darüber hinaus auch das gemeinsame Arbeiten der Schülergruppen, die aus unterschiedlichen Schulen wie auch Schularten und Berufsfeldern am Seminar zusammenkamen und sich gegenseitig in ihr Arbeitsfeld und die erstellten Ergebnisse einführten.

Bestimmte Bauteile der Bewässerung hatten andere Maße und wurden schlussendlich mit dem 3D-Drucker passend hergestellt.

Es kooperierten die Schülerinnen und Schüler der Klasse aus dem Bereich Zierpflanzenbau der Carl-Hofer-Schule Karlsruhe mit den Schülerinnen und Schüler der Klasse TG-Informationstechnik, J13, Josef-Durler-Schule Rastatt sowie die Lehrkräfte der jeweiligen Schulen miteinander. Darüber hinaus waren Ausbilder des Seminars am Projekt beteiligt. 

Hinzu kommt die Firma corthum Erdenwerke aus Marxzell, die das Substrat für die Blumenkästen lieferte und die Firma Häussermann Stauden und Gehölze aus Möglingen, die die Pflanzen zur Verfügung gestellt haben.

Die gewonnenen Wetter- und Bodendaten sollen systematisch ausgewertet werden. Zudem soll beobachtet werden, wie sich die Pflanzen an den verschiedenen Standorten rund um das Seminar entwickeln. Somit können Folgehandlungen abgeleitet werden, ob ggf. die Pflanzen anders gewählt werden müssen, die Bewässerung neu eingestellt werden muss oder bspw. die Messtechnik unter bestimmten Bedingungen nicht korrekt arbeitet. Darüber hinaus ist angedacht, eventuell weitere Blumenkästen zu renaturieren.

Unterricht und Lernangebote

Gebäude und Schulgelände

Kooperationen und Partnerschaften

SDG 4 – Hochwertige Bildung

SDG 7 – Bezahlbare und saubere Energie

SDG 9 – Industrie, Innovation, Infrastruktur

SDG 11 – Nachhaltige Städte und Gemeinden

SDG 13 – Maßnahmen zum Klimaschutz

SDG 15 – Leben an Land

SDG 17 – Partnerschaften

Christoph Bartz-Hisgen, christoph.bartz-hisgen@bs-ka.seminar-bw.de

Seminar für Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte Karlsruhe
Kaiserallee 11
76133 Karlsruhe
Mittlerer Oberrhein (Karlsruhe)

www.bs-ka.seminare-bw.de


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