Klimabündnis BW
Leitfaden zur Durchführung einer betrieblichen Klimarisikoanalyse: Ergebnisse aus dem Peer-Learning-Projekt „Aktionsplan Klimaresilienz“
Der Leitfaden schafft einen Überblick über die Methodik der Klimarisikoanalyse und umfasst neben den Grundlagen zur Durchführung auch praxisnahe Beispiele und viele weiterführende Hinweise und Tipps.
Er baut auf den Erkenntnissen des Peer-Learning-Projekts „Aktionsplan Klimaresilienz“ auf, in dessen Rahmen 5 Unternehmen aus dem Klimabündnis BW im Sommer 2025 ein praxistaugliches Vorgehen zur Klimarisikoanalyse erprobt und bei regelmäßigen Treffen Erfahrungswerte untereinander ausgetauscht haben.
Bevor Risiken bewertet werden können, braucht es Klarheit über den Rahmen der Analyse. Im ersten Schritt wird daher festgelegt, welche Geschäftsbereiche betrachtet werden und auf welche Klimagefahren geprüft wird. Darüber hinaus wird bestimmt, über welchen zeitlichen Horizont sich die Analyse erstrecken soll. Ein sauber definierter Analyserahmen sorgt dafür, dass die Klimarisikoanalyse zielgerichtet und handhabbar bleibt. Damit wird die Grundlage für belastbare Ergebnisse geschaffen.
Im Kern der Klimarisikoanalyse werden Klimadaten zur Intensität und Häufigkeit von Klimagefahren (Exposition) mit den potenziellen Schäden an den betrachteten Untersuchungsobjekten (Vulnerabilität) zusammengeführt. Auf diese Weise wird sichtbar, wo das eigene Unternehmen Klimarisiken ausgesetzt ist. Durch die strukturierte Bewertung von Exposition und Vulnerabilität lassen sich im letzten Schritt passgenaue Handlungsoptionen identifizieren.
Die Klimarisikoanalyse endet nicht mit einer Liste von Risiken. Ihre eigentliche Wirkung entfaltet sie, wenn die Ergebnisse in greifbare und konkrete Entscheidungen, Maßnahmen und Prozesse einfließen. Im letzten Schritt werden deshalb die identifizierten Risiken in Anpassungsmaßnahmen, strategisches Risikomanagement oder auch Nachhaltigkeitsberichte überführt. So können Unternehmen langfristig ein Klimarisikomanagement aufbauen und ihre Geschäftsaktivitäten auch zukünftig sichern.
Der Leitfaden konzentriert sich bewusst auf physische Klimarisiken, also auf direkte Auswirkungen des Klimawandels wie Hitze, Starkregen oder Dürre. Für viele Unternehmen ist die systematische Auseinandersetzung mit diesen Risiken grundlegend neu. Gleichzeitig stellt sie aber einen wichtigen ersten Schritt im Aufbau von Klimaresilienz dar.
Neben den physischen Klimarisiken gehört auch die Betrachtung transitorischer Klimarisiken zum Aufbau von Klimaresilienz. Diese ähneln in ihrer Natur jedoch eher klassischen Unternehmensrisiken, die in bestehenden Risiko‑ und Strategieprozessen oft bereits berücksichtigt werden. Sie stehen daher nicht im Fokus dieses Leitfadens.