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Von Stein zu Lebensraum: Biodiversitätsförderung bei DEKRA

Handlungsfeld: Produktionsprozesse / Dienstleistung

DEKRA SE

Ausgangspunkt der Maßnahme war eine fachliche Erstberatung durch den NABU im Rahmen des Projekts UnternehmensNatur, um Potenziale zur Förderung der heimischen Biodiversität an einem bestehenden Unternehmensstandort systematisch zu identifizieren. Darauf aufbauend wurde die Umsetzung in Zusammenarbeit mit Fachplanern für Landschafts‑ und Umweltplanung konzeptionell weiterentwickelt und umgesetzt. Das Projekt "Begrünung der Hauptverwaltung Stuttgart" schafft neue, biodiversitätsfördernde Grünanlagen und entwickelt bestehende Flächen zu artenreichen Lebensräumen weiter. Es stärkt die biologische Vielfalt, verbessert das Mikroklima und bietet Mitarbeitenden attraktive Aufenthaltsbereiche – ganz im Sinne einer wirkungsorientierten, nachhaltigen Standortgestaltung. Dabei dient es als Vorbild für weitere DEKRA Standorte und liefert wichtige Grundlagen für die Weiterentwicklung unserer Biodiversitätsstrategie.

Der massive Rückgang der Biodiversität bedroht weltweit und lokal die ökologischen Grundlagen – auch im urbanen Raum. Versiegelte Flächen, monotone Bepflanzung und der Verlust natürlicher Lebensräume führten dazu, dass das Außengelände der DEKRA Hauptverwaltung kaum Nahrung, Schutz oder Nistplätze für heimische Arten bot. Zugleich wirkte sich die stark strukturierte, steinlastige Gestaltung ungünstig auf Mikroklima und Aufenthaltsqualität aus. Diese ökologischen Defizite wollte DEKRA gezielt beheben und einen artenreichen, resilienten Lebensraum schaffen.

Im Fokus stand die naturnahe Umgestaltung bereits vorhandener Außenflächen an der Hauptverwaltung Stuttgart. Konventionelle, monotone und teilweise nicht‑heimische Bepflanzungen sowie strukturarme Grünbereiche wurden konsequent durch vielfältige Pflanzflächen mit heimischen, robusten und trockenheitstoleranten Stauden und Sträuchern ersetzt. Ergänzend sorgen Zwiebelpflanzungen für ein durchgängiges Blühangebot von Februar bis in den Herbst. Zur ökologischen Aufwertung und Pflegeoptimierung wurde eine mineralische Kiesmulchschicht eingesetzt, die den Boden schützt, den Pflegeaufwand reduziert und die Ausbreitung unerwünschter Arten begrenzt. Samenstände und Stängelstrukturen verbleiben über den Winter und bieten Nahrung für Vögel sowie Überwinterungsquartiere für Insekten. Ergänzt wird die Bepflanzung durch extensive Wiesen- und Saumansaaten, Strauchpflanzungen, Trockenmauern mit offenen Fugen sowie stehendes Totholz, die zusätzliche Lebensräume und Nistmöglichkeiten schaffen. Die Maßnahmen wurden schrittweise, standortgerecht und im Bestand umgesetzt und eng mit Facility‑ und Baumanagement sowie dem Nachhaltigkeitsmanagement abgestimmt. Durch die Kombination aus fachlicher Beratung, professioneller Planung und praktischer Umsetzung entstand ein artenreicher, vernetzter Standort, der Biodiversität fördert, das Mikroklima verbessert und zugleich die Aufenthaltsqualität für Mitarbeitende erhöht. Das Projekt dient als übertragbares Referenzbeispiel für die Integration von Biodiversität in Unternehmensflächen.

Mit dem Projekt Grüne HV Stuttgart hat DEKRA Biodiversitätsförderung ganz konkret an einem bestehenden Unternehmensstandort umgesetzt und sichtbar gemacht. Auf einer Fläche von 26.625 m² wurden naturnahe Grünstrukturen wie Wildstaudenflächen und strukturreiche Vegetationsbereiche realisiert, die heute nachweislich zur ökologischen Qualität des Geländes beitragen. Eine wissenschaftlich fundierte Bestandsaufnahme bestätigt diesen Effekt: Der durch WILD Company ermittelte Biodiversitätsindex von 41/100 liegt über dem Durchschnitt vergleichbarer Firmengelände (32 Punkte) und belegt eine bereits heute überdurchschnittliche ökologische Wertigkeit.
Über die ökologische Wirkung hinaus entfaltet die Maßnahme einen hohen strategischen und kommunikativen Nutzen. Biodiversität wird am Standort sichtbar, verständlich und glaubwürdig erlebbar für Mitarbeitende, Besuchende und externe Stakeholder. Als Flächenorganisation mit zahlreichen Niederlassungen schafft DEKRA damit eine interne Referenz, an der sich weitere Standorte orientieren können. Das Projekt dient als skalierbares Best Practice Beispiel, wie Biodiversität systematisch in die Standortentwicklung integriert werden kann, und ist zugleich kommunikativ nutzbar für Nachhaltigkeitsberichte, externe Formate und den Wissenstransfer innerhalb des Unternehmens.

Wesentlich für den Erfolg der Maßnahme waren die konsequente Verwendung heimischer, trockenheitstoleranter Pflanzen sowie die sorgfältige Auswahl langlebiger Arten, die ohne intensive Pflege auskommen. Die Kombination aus vielfältigen Strukturtypen, von Staudenbeeten über Wiesenansaaten bis zu Trockenmauern und Totholz, schuf ganzjährig nutzbare Lebensräume für zahlreiche Tierarten. Die fachkundige vor Ort Begutachtung und ökologische Einschätzung des Projekts durch die WILD Company zeigte den bisher geleisteten Beitrag zur Biodiversität auf und gab Anregungen für weiterführende Maßnahmen. Unterstützt wurde der Erfolg zudem durch standortgerechte Planung, klare Pflegestrategien und die ökologische Aufwertung vormals stark strukturierter, artenarmer Flächen.

DEKRA wurde 1925 gegründet und ist heute die weltweit größte unabhängige, nicht börsennotierte Sachverständigenorganisation für Prüfung, Inspektion und Zertifizierung. Das Unternehmen verfolgt seit seiner Gründung das Ziel, Sicherheit im Verkehr, bei der Arbeit und zu Hause zu gewährleisten. Die Unternehmensphilosophie basiert auf Verantwortung, Integrität und dem Anspruch, eine sichere und nachhaltige Welt zu gestalten. DEKRA unterstützt Kunden dabei, Fortschritt sicher, nachhaltig und vertrauenswürdig umzusetzen.

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Herausforderung

  • Versiegelte und strukturarme Außenflächen boten kaum Lebensräume für heimische Arten
  • Monotone Bepflanzung und steinlastige Gestaltung beeinträchtigten Biodiversität und Mikroklima
  • Ziel: bestehende Unternehmensflächen ökologisch aufwerten und artenreiche Lebensräume schaffen

Maßnahme

  • Biodiversitätsanalyse durch NABU im Projekt UnternehmensNatur
  • Naturnahe Umgestaltung der Außenflächen mit heimischen Stauden, Wiesen und Sträuchern
  • Ergänzung durch Trockenmauern, Blühpflanzen und Totholzstrukturen als Lebensräume

Nutzen

  • Deutlich höhere ökologische Qualität mit Biodiversitätsindex 41/100 (über Durchschnitt)
  • Verbesserte Aufenthaltsqualität und Mikroklima am Standort
  • Skalierbares Best-Practice-Beispiel für weitere DEKRA Standorte

Unternehmen

Gründungsjahr1925
Mitarbeiterinnen & Mitarbeiter> 500 MA
Jahresumsatz in Euro4,3 Milliarden
Unternehmenstyp Dienstleister

Initiativen

Allianz Neues Fliegen

Kontakt

DEKRA
Handwerkstraße 15
70565 Stuttgart

www.dekra.de


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