Leckageerkennung (KI, Druckluftsysteme)


Ausgangssituation

Ein Unternehmen nutzt ein bestehendes Druckluftsystem mit einem jährlichen Stromverbrauch von 300.000 kWh. In Druckluftnetzen entstehen häufig Energieverluste durch Leckagen, undichte Leitungen, Kupplungen oder Ventile. Diese Leckagen führen dazu, dass Kompressoren unnötig länger oder mit höherer Last laufen, obwohl die Druckluft nicht produktiv genutzt wird.

Durch eine systematische Leckageerkennung, zum Beispiel mithilfe mobiler Messgeräte, Ultraschallprüfung oder KI-gestützter Monitoring-Systeme, können Leckagen identifiziert, priorisiert und behoben werden. Dadurch sinkt der Stromverbrauch der Drucklufterzeugung.


Berechnungsgrundlage

Status Quo:

  • Jährlicher Stromverbrauch Druckluftsystem: 300.000 kWh
  • Typischer Leckageverlust: 20 % des Stromverbrauchs1
  • Leckageverlust: 300.000 kWh * 20 % = 60.000 kWh

Maßnahme:

  • Einführung einer systematischen Leckageerkennung
  • Einsatz von KI-gestütztem Monitoring oder Ultraschallmessung
  • Reduktion der Leckageverluste um 60 %

Annahmen:

  • CO₂-Emissionsfaktor: 0,4 kg CO₂e/kWh2
  • Strompreis: 0,22 €/kWh3
  • Investition Leckageerkennung: 5.000 €

Einsparungen

Energie (pro Jahr)
Alter Leckageverlust300.000 kWh * 20 %
= 60.000 kWh
Neuer Leckageverlust60.000 kWh * 40 %
= 24.000 kWh
Ersparnis60.000 kWh - 24.000 kWh
= 36.000 kWh
CO2 (pro Jahr)
Alte CO2 -Emissionen durch Leckagen60.000 kWh * 0,4 kg CO2/kWh
= 24.000 kg CO2
Neue CO2 -Emissionen durch Leckagen24.000 kWh * 0,4 kg CO2/kWh
= 9.600 kg CO2
Ersparnis24.000 kg CO2 - 9.600 kg CO2
= 14.400 kg CO2
Energie- und Materialkosten (pro Jahr)
Alte Stromkosten durch Leckagen60.000 kWh * 0,22 €/kWh
= 13.200 €
Neue Stromkosten durch Leckagen24.000 kWh * 0,22 €/kWh
= 5.280 €
Ersparnis13.200 € - 5.280 €
= 7.920 €

Investitionskosten und Amortisationszeit

  • Investitionskosten: 5.000 €
  • Amortisationszeit: 5.000 € / 7.920 € = 0,6 Jahre

Sonstiger Nutzen

  • Höhere Betriebssicherheit des Druckluftsystems
  • Geringere Laufzeiten der Kompressoren
  • Reduzierter Verschleiß und Wartungsaufwand
  • Bessere Transparenz über Druckluftverluste

Fördermöglichkeiten

  • Die Optimierung von Druckluftsystemen sowie die Anschaffung energieeffizienter Kompressoren und Leckage-Ortungsgeräte können im Rahmen der Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft (EEW) förderfähig sein. Die konkrete Förderfähigkeit richtet sich nach den jeweils gültigen Förderbedingungen von BAFA und KfW. Gefördert werden grundsätzlich investive Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz.
    BAFA - Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft – Zuschuss und Kredit (Stand: 01.06.2026)

Hinweise

  • Einsparpotenzial hängt stark vom tatsächlichen Zustand des Druckluftnetzes ab
  • Leckagen können nach Reparatur erneut auftreten
  • Regelmäßige Kontrollen sind erforderlich
  • Ohne konsequente Behebung erkannter Leckagen bleibt der Nutzen begrenzt

Best Practices

LOOXR GmbH – Software für mehr Energieeffizienz bei Druckluftprozessen

Richard Henkel GmbH – Nachhaltiges Product-Life-Management entlang der Wertschöpfungskette


Quellen

1Initiative Energieeffizienz und Klimaschutz Netzwerke: https://www.effizienznetzwerke.org/fileadmin/user_upload/2023/04/Netzwerkinitiative_Factsheet_Leckageortung_und-beseitigung_in_Druckluftnetzen.pdf (zuletzt abgerufen am 01.06.2026)
2Umweltbundesamt: https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/energieversorgung/strom-waermeversorgung-in-zahlen (zuletzt abgerufen am 01.06.2026)
Agora: https://www.agora-energiewende.de/daten-tools/agorameter/live/charts_overview (zuletzt abgerufen am 01.06.2026)
3BDEW: https://www.bdew.de/service/daten-und-grafiken/bdew-strompreisanalyse/ (zuletzt abgerufen am 01.06.2026)
Strom Preisvergleich: https://strom.preisvergleich.de/info/26989/gewerbestrom/ (zuletzt abgerufen am 01.06.2026)

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