Einführung Dienstradleasing
Ausgangssituation
Ein Unternehmen mit 200 Mitarbeitenden führt ein Dienstradleasing-Angebot ein. Ziel der Maßnahme ist es, nachhaltige Mobilität zu fördern, die Arbeitgeberattraktivität zu erhöhen und potenzielle positive Effekte auf Gesundheit, Mitarbeitendenbindung und CO₂-Emissionen zu erzielen.
Für die Beispielrechnung wird angenommen, dass 10 % der Belegschaft (20 Mitarbeitende) das Angebot nutzen. Ein Teil der bisherigen Pkw-Fahrten wird dadurch durch Fahrrad- oder E-Bike-Fahrten ersetzt.
Neben den direkten CO₂-Einsparungen werden in der Literatur auch positive Zusammenhänge zwischen regelmäßiger körperlicher Aktivität, geringeren krankheitsbedingten Fehlzeiten sowie einer höheren Mitarbeiterzufriedenheit diskutiert. Die wirtschaftlichen Effekte auf Krankenstand und Fluktuation sind jedoch stark von Unternehmensstruktur, Pendeldistanzen, Teilnahmequote und individuellen Verhaltensänderungen abhängig und daher als Näherungswerte zu verstehen.
Berechnungsgrundlage
Status Quo:
- 200 Mitarbeitende
- Durchschnittlicher Arbeitsweg: 10 km
- 220 Arbeitstage pro Jahr
- Durchschnittlicher Pkw-Ausstoß: 0,15 kg CO₂/km
Maßnahme:
- Einführung eines Dienstradleasing-Angebots
- Nutzung von Fahrrädern oder E-Bikes für den Arbeitsweg
Annahmen:
- 20 Mitarbeitende nutzen das Dienstradleasing
- Jährliche CO2-Einsparungen bei einem Arbeitsweg von 5 km, der mit dem Rad statt dem Auto zurückgelegt wird (pro Mitarbeitendem): 340 kg CO2
- 15 Krankheitstage je Mitarbeitendem und Jahr
- Kosten pro Krankheitstag: 250 €
- Fluktuationsrate: Senkung von 15% auf 10% bei Radfahrenden
- Kosten für Neueinstellung und Einarbeitung: 5.000 € pro Mitarbeitendem
- Administrative Kosten: 50 € pro teilnehmendem Mitarbeitenden
Einsparungen
| Gesundheit und Fehlzeiten (pro Jahr) | |
|---|---|
| Reduzierte Krankheitstage | 20 Mitarbeitende * 2 Tage = 40 Tage |
| Ersparnis | 40 Tage * 250 € = 10.000 € |
Hinweis
Die angenommene Verringerung der Fehlzeiten stellt einen Näherungswert dar. Wissenschaftliche Studien zeigen zwar positive Zusammenhänge zwischen regelmäßiger körperlicher Aktivität und Gesundheit, die tatsächlichen Auswirkungen auf Fehlzeiten können jedoch je nach Tätigkeit, Altersstruktur und Nutzungsintensität erheblich variieren.
| CO2 (pro Jahr) | |
|---|---|
| Ersparnis | 20 Mitarbeitende * 340 kg CO₂ = 6.800 kg CO₂ |
Hinweis
Die CO₂-Einsparung setzt voraus, dass bisherige Pkw-Fahrten tatsächlich durch Fahrradfahrten ersetzt werden. Wird stattdessen überwiegend der ÖPNV oder das Zu-Fuß-Gehen ersetzt, fällt die Klimawirkung geringer aus.
| Fluktuation und Personalgewinnung (pro Jahr) | |
|---|---|
| Fluktuationseinsparung | 3 vermiedene Neueinstellungen * 5.000 € = 15.000 € |
Hinweis
Der Zusammenhang zwischen Dienstradleasing und Mitarbeiterbindung ist nicht eindeutig quantifizierbar. Die angenommene Einsparung basiert auf der Annahme, dass das Angebot die Arbeitgeberattraktivität erhöht und dadurch einzelne Austritte verhindert. Der tatsächliche Effekt kann deutlich höher oder niedriger ausfallen.
Kosten und Wirtschaftlichkeit
- Administrative Kosten: 1.000 €
- Gesamteinsparung: 24.000 €
- Return on Investment (ROI): 24
Sonstiger Nutzen
- Förderung nachhaltiger Mitarbeitermobilität
- Verbesserung der Arbeitgeberattraktivität
- Positive Wirkung auf Employer Branding und Recruiting
- Unterstützung des betrieblichen Gesundheitsmanagements
- Reduktion des Pkw-Verkehrs und Parkplatzbedarfs
Hinweise
- Wetter, Topographie und Infrastruktur beeinflussen die Nutzung
- Nicht alle Mitarbeitenden verfügen über geeignete Pendelstrecken
- CO₂-Einsparungen hängen vom tatsächlichen Mobilitätsverhalten ab
- Gesundheits- und Fluktuationseffekte sind nicht direkt messbar und beruhen auf Literaturwerten
Best Practices
Heldele GmbH – Klimawin BW-Bericht 2024
RKH Gesundheit – Klimawin BW-Bericht 2024
Quellen:
| 1 | Umweltbundesamt: https://www.umweltbundesamt.de/themen/verkehr (zuletzt abgerufen am 01.06.2026) |
| 2 | HEAT: https://www.heatwalkingcycling.org/?&heat_locale=en-US&heat_lang=en#homepage (zuletzt abgerufen am 01.06.2026) |