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Kleine HeldeN! 2021 Wettbewerbsbeitrag Wasser

Kindergärten und -tagesstätten

Evangelischer Kindergarten Schubertstraße, Großaspach

Unser pädagogischer Ansatz war, den Kindern einen spielerischen, kindgerechten und vielfältigen Zugang zum Element „Wasser“ zu ermöglichen. Dabei standen sinnliche, konkrete Naturerfahrungen, wie zum Beispiel durch Erkundung der Bäche und Gewässer in unserer ortsnahen Umgebung mit ihrer heimischen Pflanzen- und Tierwelt (Schilf, Enten, Wasserläufer, Frösche….) im Fokus. Die Kinder entdecken und erfahren dabei, dass Wasser ein vielfältiger (und schützenswerter!) Lebensraum für Tiere und Pflanzen ist.

An der Projektplanung waren die Kinder samt Erzieherinnen beteiligt. Der Einstieg ins Thema/Projekt "Wasser" erfolgte durch eine "Kinderkonferenz" im Stuhlkreis, wobei die Kinder ihre Erfahrungen und ihr Vorwissen zum Thema einbringen konnten. Die Kinder teilten ihr Wissen miteinander und gestalteten als thematischen Einstieg gemeinsam eine "Info-Collage" zum Thema Wasser (Corona- bzw. pandemiebedingt konnten "außenstehende Personen" nicht zum Projekt hinzugezogen werden).

Die Kinder brachten im Stuhlkreis bzw. im Rahmen von kleinen "Kinderkonferenzen" ihre eigenen Erfahrungen mit "Wasser" ein, zum Beispiel 

  • Wir trinken, weil wir Durst haben
  • Das Wasser braucht man zum Händewaschen.

Die Lebenswelten der Kinder und ihre eigenen Erfahrungen mit "Wasser" standen im Fokus. Ausgehend von den lebensweltlichen, konkreten Erfahrungen der Kinder und ihrer örtlichen Umgebung (zum Beispiel der den Kindern vertraute Bach in unserem Dorf) wurden die weiteren (Teil-)Projekte geplant.

Zum einen waren es konkrete Naturerfahrungen bei Erkundung des "Klöpferbach´s" in unserem Dorf Aspach mit Baden im Bach, Beobachtung der Tiere am Bach (zum Beispiel Enten mit Küken), der Bau von Booten aus unterschiedlichen Materialien mit anschließender "Bootsfahrt" auf dem Bach. Zum anderen waren es die vielen Experimente rund um das Naturphänomen Wasser, was die Kinder zum Forschen, Beobachten und Staunen anregte. Die Fragen der Kinder wurden jeweils aufgegriffen und im Projektverlauf weiter geführt.

In pädagogischer Hinsicht wurde im Projektverlauf deutlich, wie wichtig konkrete Naturerfahrungen für die Kinder sind sowie auch die unmittelbare Erkundung des Elements "Wasser", zum Beispiel durch Erkundung eines Baches im Ort. Daher werden "Naturerkundung" bzw. auch "Waldtage" in unserer Einrichtung weiter fortgeführt, um den Kindern diese Naturerfahrungen zu ermöglichen.

Die konkreten Erfahrungen in der Natur förderten bei den Kindern deren Selbstbewusstsein (zum Beispiel indem sich die Kinder beim Baden in den Bach trauten). Gleichzeitig wurde bei den Kindern das Gefühl von Selbstwirksamkeit entwickelt durch die selbstgebauten Boote, die tatsächlich auf dem Bach schwimmen konnten. Durch kindgerechte Projekte wurden die Kinder mit dem Naturphänomen Wasser vertraut.

Die Eltern freuten sich über die Begeisterung der Kinder, über deren Erlebnisse und Erfahrungen während des Projektverlaufs. Bei Elterngesprächen bzw. pädagogischen Entwicklungsgesprächen haben wir entsprechende positive Rückmeldungen der Eltern erhalten (Corona- bzw. pandemiebedingt konnten wir allerdings während des Projekts keine Eltern bzw. weitere Personen beteiligen).

Bei unserer selbstgebauten "Mini-Kläranlage" war die für das Projekt angesetzte Zeit etwas zu knapp, wie sich herausstellte. Es kostete einige Zeit und Geduld, bis das Schmutzwasser durch die "Kläranlage" lief und das saubere Wasser sichtbar wurde. Wir stellten fest: Es braucht einfach Zeit und Geduld, bis das Wasser durch die drei Schichten der Mini- Kläranlage läuft. Eine Erfahrung sowohl für die Kinder als auch für die Erzieherinnen! Die Freude war aber umso größer, als es dann doch klappte!

Sofern es die örtliche bzw. räumliche Umgebung des Kindergartens zulässt, kann eine Naturerkundung mit den Kindern einfach umgesetzt werden. Das Element "Wasser" und der Lebensraum "Bach" bieten für die Kinder ideale Voraussetzungen für spannende Naturerfahrungen. Auch Experimente, die sich an den konkreten Erfahrungen der Kinder orientieren (zum Beispiel die "Eisboote") oder auch die einfach zu bauende "Mini-Kläranlage" sind im pädagogischen Alltag gut umsetzbar.

Wie bereits vorstehend erläutert, war es inmitten der Corona-Pandemie sehr schwierig, andere Personen mit einzubeziehen. Wir haben uns daher dafür entschieden, die Projekte ausschließlich mit den Kindern umzusetzen.

Die Eltern haben wir laufend durch Elterngespräche sowie durch die Projektberichte in den Portfolios der Kinder informiert. Des weiteren haben wir im örtlichen Aspacher Gemeindeblatt sowie auf unserer Kindergarten-Homepage über unsere "Wasser-Projekte" informiert.

Soweit es das aktuelle Pandemiegeschehen zulässt: Konkrete, unmittelbare Naturerfahrungen den Kindern zu ermöglichen – sei es durch Erkundungen der Bäche unserer Umgebung als auch durch Waldtage – wird weiter ein wichtiges Thema in unserem pädagogischen Alltag sein. Waldtage mit Walderkundung sind bereits in Planung. Des Weiteren wird das Erkunden von Naturphänomenen, das "Fragen, Forschen und Staunen" , so wie wir es beim Element "Wasser" kennengelernt haben, im Fokus sein.

Experiment: Was schwimmt? Was sinkt? 

Zwei Wasserwannen sind vorbereitet.
Erste Aufgabe: Sucht Sachen, von denen ihr vermutet, dass sie schwimmen. Das schwimmt: Blüten, Holzstückchen, Zweige, Blätter, Gras, Stoffball.
Zweite Aufgabe: Sucht Dinge, von denen ihr vermutet, dass sie sinken. Das sinkt: Steine, Steinchen. Die Knete sinkt – außer, wenn man sie zu einem „Boot“ in Form knetet! Der Metallverschluss sinkt. Aber Seifenblasen können schwimmen!

Wir haben aus den unterschiedlichsten Materialien Boote selbst gebaut. (zum Beispiel aus Shampooflaschen, aus Holzstückchen, aus leeren Milchtüten usw.) Aber: Können unsere Boote auch schwimmen?

Das wollten wir selbst ausprobieren! So gingen wir miteinander zum Klöpferbach in Aspach und ließen unsere Boote „zu Wasser“. Und tatsächlich: Alle unsere Boote schwammen auf dem Klöpferbach! Natürlich waren wir ganz stolz und haben uns riesig darüber gefreut!

Unsere Erfahrung mit der Bacherkundung haben wir im Stuhlkreis miteinander besprochen. Wir haben dazu ein Bodenbild vom "Aspacher Klöpferbach" gelegt. Die Kinder durften blaue Muggelsteine als "Bachwassertropfen" hineinlegen und dabei von ihren Erlebnissen am Bach erzählen. Sie berichteten, was ihnen am Bach gefallen hat, zum Beispiel eine Ente mit ihren Küken, dass sie im Bach baden konnten und wie das Wasser im Bach sich angefühlt hat.
 

Schlumpfwasser

Wir experimentieren mit blauem Wasser (gefärbt mit Tinte). Ein Kind sagt dazu: „Das ist Schlumpfwasser!“ Ein Tropfen des blau gefärbten Wassers wird mit einer Pipette auf unsere Hände getropft, innen auf die Handfläche oder auf den Handrücken. Wir beobachten: Was passiert mit dem blauen Wassertropfen? Wie verteilt sich der Tropfen auf meiner Hand? Meine Hand ist nun blau vom „Schlumpfwasser“.
 

Wir forschten zum Thema: „Wie wird aus Wasser Eis und andersherum?"

Dafür konnten die Kinder vorab Wasser mit Lebensmittelfarben färben. Das bunte Wasser wurde dann in Eiswürfelformen und Vesperboxen gefüllt. Alles kam ins Eisfach und einige Tage später waren unsere Eis-Malstifte und Eis-Boote fertig.
Die Kinder stellten fest:

  • Wasser wird ganz bunt!
  • Wenn man Wasser ins Eisfach tut, wird es zu Eis. 
  • Eis kann schmelzen, wenn es warm wird und dann wird das Wasser bunt!
  • Das Eisboot wird ja immer klein.


Wasser und Gerechtigkeit

Im weiteren Projektverlauf nahmen wir mit den Kindern Aspekte der Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit in den Fokus: Wasser als kostbare und knappe Ressource! Wir erzählten den Kindern die Bilderbuchgeschichte: „Das Wasser gehört allen“, nach einem Märchen aus Afrika, in dem es um einen gerechten Zugang zum Wasser geht. Der große Elefant beansprucht die Wasserstelle für sich allein. Schaffen es die anderen Tiere, die auch alle Durst haben, sich gegen den mächtigen Elefanten zu wehren?"
 

„Warum kann der Wasserläufer auf dem Wasser laufen?“

Wir beobachten: Die Büroklammer schwimmt auf dem Wasser, der Stein sinkt! Mit der Lupe sehen wir nochmal ganz genau hin: Wir können eine dünne „Haut“ des Wassers entdecken! Auf dieser dünnen Wasserhaut kann der Wasserläufer laufen und die Büroklammer schwimmen! Dann geben wir Spülmittel ins Wasser. Wir beobachten: Beim Spülmittel versinkt die Büroklammer sofort. Beim Spülmittel geht die dünne "Wasserhaut" kaputt.


Zuckerwürfel und Wasser

Wir haben beobachtet, dass sich ein Zuckerwürfel in Tee und in Wasser auflösen kann. Was beobachten wir, wenn wir den Zuckerwürfel in ein Glas mit Wasser geben? „Er wird weich und zerbröselt!“ N. : „Hat sich erst zusammengebröselt, und dann ist er kleiner geworden! V. meint: „Der schmelzt! Wie im Winter der Schnee!“ Wir probieren noch etwas aus: Auf den Zuckerwürfel geben wir farbige Tinte. Dann legen wir den Würfel ins Wasser. „Der von M. ist voll, voll, voll schwarz geworden!“
 

Unsere „Mini- Kläranlage“

Gemeinsam wurde unsere „Mini- Kläranlage“ geplant und gebaut. Es braucht Zeit, bis das „Matsche- Wasser" durch die drei Schichten der „Mini-Kläranlage“ läuft:

  1. Kieselsteine
  2. Sand
  3. Kaffeefilter- Papier

Das erste Wasser kommt unten raus! Unsere „Mini- Kläranlage“ hat tatsächlich funktioniert! Das Matschepampe-Wasser ist sichtbar sauberer geworden! Das Wasser musste durch Kies, Sand und Filterpapier durchlaufen und ist dadurch nicht mehr so schmutzig!


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